Validation -Wertschätzung von dementen Menschen
Mit Validation wird eine Methode beschrieben, durch die mit
dementiell erkrankten Menschen kommuniziert werden kann.
Der Grundsatz der Validation geht davon aus, dass jeder Mensch das
Ziel hat unerledigte Lebensaufgaben noch zu erledigen. Validation kann
bei Stressabbau helfen und Demenzbetroffenen Würde und Glück vermitteln.
Wie funktioniert Validation?
Die Technik der Validation fußt in der ganzheitlichen und
empathischen Auffassung des Individuums: dabei wird das Verhalten, sowie
der emotionale Gehalt der Aussagen eines dementen Menschen übernommen
und validiert (für gültig erklärt). Man versetzt sich in den Betroffenen
hinein und kann durch diesen Blickwinkel sein Verhalten besser
verstehen und gegebenenfalls helfen. Sie hilft älteren, desorientierten
Menschen Gefühle auszudrücken, die lange unterdrückt wurden. Durch
diesen Vorgang werden Betroffene entspannter und können ihre
Kommunikation verbessern.
Grundsätze der Validation
Nach Naomi Feil, der Begründerin der Validation gibt es 10 Grundsätze
für Validation:
- Der Mensch ist einzigartig und muss als Individuum behandelt
werden.
- Alle Menschen, egal wie verwirrt sie sein mögen, sind wertvoll!
- Es gibt einen Grund für das Verhalten von verwirrten, sehr alten
Menschen.
- Verhalten im sehr hohen Alter ist nicht nur eine Folge
anatomischer Veränderungen des Gehirns, sondern das Ergebnis einer
Kombination von körperlichen, sozialen und psychischen Veränderungen,
die im Laufe eines Lebens stattgefunden haben.
- Verhalten kann man nur ändern, wenn man es will. Niemand kann
gezwungen werden sein Verhalten zu ändern.
- Man muss auch sehr alte Menschen akzeptieren, ohne sie zu
beurteilen.
- Zu jedem Lebensabschnitt gehören bestimmte Aufgaben. Wenn man
diese Aufgaben nicht im jeweiligen Lebensabschnitt schafft, kann das zu
psychischen Problemen führen.
- Wenn das Kurzzeitgedächtnis nachlässt, versuchen ältere
Erwachsene, ihr Leben wieder in ein Gleichgewicht zu bringen, indem sie
auf frühere Erinnerungen zurückgreifen. Wenn die Sehstärke nachlässt,
sehen sie mit dem "inneren Auge". Wenn ihr Gehör immer mehr nachlässt,
hören sie Klänge aus der Vergangenheit.
- Schmerzliche Gefühle, die ausgedrückt, anerkannt und von einer
vertrauten Pflegeperson validiert werden, werden schwächer.
Schmerzliche Gefühle, die man ignoriert und unterdrückt, werden
stärker.
- Einfühlung/Mitgefühl führt zu Vertrauen, verringert Angstzustände
und stellt die Würde wieder her.
Kritische Sicht auf Validation
Es gibt bisher keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, die die
Wirksamkeit von Validation bestätigen. Validation fördert zwar
nachgewiesenermaßen die sozialen Kompetenzen, allerdings ist nicht
bestätigt, dass „normale" soziale Betreuung in einem solchen Umfang
nicht auch tun würde.