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FAQ / Hilfe

Willkommen auf den Hilfeseiten von Betreut.de. Wir hoffen, dass wir Ihre Frage zum Thema Pflege berücksichtigt haben. Falls Ihr Anliegen nicht beantwortet wurde, können Sie uns natürlich auch gerne kontaktieren zur Pflege-Kontaktseite. Alle Angaben und Informationen sind ohne Gewähr.
Was bedeutet der Begriff Pflegebedürftigkeit?
Doch was heißt "erhebliches Maß"?
Leistungen der Pflegeversicherung
Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeit- und Verhinderungspflege?
Wer darf Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen?
Was sind Verrichtungen im täglichen Leben?
Was ist ein Pflegepflichteinsatz?
Was passiert, wenn Rente und Leistungen der Pflegeversicherng nicht genügen, um das Heimentgeld zu decken?
Was ist "Poolen"?


Was bedeutet der Begriff Pflegebedürftigkeit?

Diese Frage beantwortet der § 14 im SGB XI, da der Gesetzgeber allgemein gültige und standartisierte Maßstäbe und Voraussetzungen setzen möchte.
Laut Gesetz ist ein Mensch pflegebedürftig, wenn er wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Krankheit oder Behinderung in erheblichem oder höheren Maße auf Hilfe bei allgemeinen Tätigkeiten des täglichen Lebens angewiesen ist.
Wichtig hierbei ist, dass sich die Pflegebedürftigkeit immer auf den pflegerischen (Hilfe am Körper, zum Beispiel Waschen) und den hauswirtschaftlichen (Hilfe bei der Versorgung, zum Beispiel Kochen oder Einkaufen) Teil bezieht.

Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherungen treten in Kraft, wenn Hilfe auf Dauer, also mindestens 6 Monate lang, notwendig ist. Bei kurzfristiger Pflegebedürftigkeit, etwa durch einen Unfall, besteht demnach kein Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung.

Doch was heißt "erhebliches Maß"?

Mit "erheblichem Maß" ist der Zeitraum gemeint, in welchem der Pflegebedürftige Hilfe beansprucht. Die niedrigste Pflegestufe (Pflegestufe I) bezeichnet “erhebliche Pflegebedürftigkeit”, die einen Zeitraum von mindestens 90 Minuten Hilfe (z.B. Von Angehörigen) täglich umfasst. Das heißt, dass ein Pflegebedürftiger mit Pflegestufe 1 täglich wenigstens 90 Minuten Hilfe braucht um seine normale Lebensführung aufrecht erhalten zu können.

Je nach Umfang der Pflegebedürftigkeit wird also in verschiedene Pflegestufen unterteilt. Von der Einstufung in die Pflegestufe hängt die Höhe des Leistungsanspruchs aus der Pflegeversicherung ab.

Die verschiedenen Pflegestufen sind in § 15 SGB XI wie folgt erläutert:

Pflegestufe I (erheblich Pflegebedürftige):”Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität für wenigstens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen mindestens 1 x täglich Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.” Der durchschnittliche tägliche Zeitaufwand muss, wie bereits eingangs erwähnt, mindestens 90 Minuten betragen.

Pflegestufe II (Schwerpflegebedürftige): “Personen, die bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität mindestens 3x täglich zu verschiedenen Tageszeiten der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.” Der durchschnittliche tägliche Zeitaufwand muss mindestens zwei Stunden betragen, außerdem muss die pflegerische Versorgung gegenüber der hauswirtschaftlichen Hilfe im Vordergrund stehen.

Pflegestufe III (Schwerstpflegebedürftige): “Personen, de bei der Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität täglich rund um die Uhr, auch nachts, der Hilfe bedürfen und zusätzlich mehrfach in der Woche Hilfen bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen.” Der tagesdurchschnittliche Zeitaufwand muss hier wenigstens 5 Stunden betragen.

Der Härtefall wird als eine Art Erweiterung der Schwerstpflegebedürftigkeit gesehen und wurde geschaffen, um bei sehr schwer kranken Menschen, die außergewönlich viel Pflege benötigen einen Ausgleich zu schaffen.
Die Härtefallregelung hat jedoch zwei weitere Voraussetzungen:
1.der außergewöhnliche Hilfebedarf muss entweder durch einen tagesdurschnittlichen Zeitaufwand von mindestens 7 Stunden für pflegerische Hilfen (keine Hauswirtschaft), davon wenigstens 2 Stunden in der Nacht, oder rund um die Uhr bei mindestens einer Verrichtung die gleichzeitige Hilfe von zwei Pflegepersonen benötigt.
2.Die Pflegekassen sind durch das Gesetz verpflichtet nicht mehr als 3% der in Pflegestufe III befindlichen Personen als Härtefall anzuerkennen. Einem Versicherten kann demnach aus finanziellen Gründen die Anerkennung als Härtefall verweigert werden, weil das Kontingent seiner Versicherung ausgeschöpft ist.

Eine Pflegestufe wird jedoch nur dann gewährt, wenn alle genannten Kriterien erfüllt sind. Hat beispielsweise ein Pflegebedürftiger die Voraussetzungen für Pflegestufe III in Bezug auf Dauer und Art der Pflege erfüllt, benötigt jedoch in der Nacht keine Unterstützung, so verbleibt er weiterhin in Pflegestufe II, obwohl sein täglicher Pflegebedarf 240 Minuten übersteigt.

Leistungen der Pflegeversicherung

Unabhängig davon, welche Pflegestufe ein Versicherter hat, kann er sich entscheiden, welche Art von Leistung er in Anspruch nehmen möchte.
Mit der Pflegestufe wird dem Versicherten ein Budget zur Verfügung gestellt, auf das der Versicherte auf verschiedene Weise zugreifen kann.

1. Geldleistungen
Mit einer Geldleistung ist das Pflegegeld gemeint. Dies ist der Betrag, der direkt auf das Konto des Versicherten ausgezahlt wird. Der Pflegebedürftige soll damit die Möglichkeit haben seinen ehrenamtlichen Helfern eine Art Anerkennung geben zu können.
Seit 1. Januar 2010 wird folgendes Pflegegeld ausgezahlt:
  • Pflegestufe I - 225 Euro monatlich
  • Pflegestufe II - 430 Euro monatlich
  • Pflegestufe III - 685 Euro monatlich

2. Sachleistungen
Unter einer Sachleistung wird der Betrag verstanden, den ein ambulanter Pflegedienst oder eine professionelle Pflegekraft der Pflegeversicherung in Rechnung stellen kann. Der monatliche Satz für Sachleistungen ist höher, weil Pflegedienste oder Einzelfachkräfte mit entsprechender Infrastruktur und Gehalt bezahlt werden müssen, während die privaten Pflegekräfte als ehrenamtliche Helfer angesehen werden.
Die Sätze für Pflegesachleistungen sind seit 1. Januar 2010 wie folgt:
  • Pflegestufe I - 440 Euro monatlich
  • Pflegestufe II - 1.040 Euro monatlich
  • Pflegestufe III - 1.510 Euro monatlich

Der Versicherte kann hierbei entscheiden, welche Leistungen er konkret für dieses Geld in Anspruch nimmt. Hierfür bieten die Pflegedienste sogenannte Pakete aus Einzelleitstungen an, die mit den gesetzlichen Verrichtungen übereinstimmen, die beim Hausbesuch vom Gutachter einzeln betrachtet worden sind.

3. Kombileistungen
Die Kombileistungen stellen eine Kombinationsleistung aus Geld- und Sachleistungen dar. Sie können dann genutzt werden, wenn beispielsweise ein Pflegedienst einmal die Woche zum Waschen kommt und somit die möglichen Sachleistungen nicht ausschöpft. Das übrig gebliebene Geld wird dann dem Versicherten prozentual als Pflegegeld ausgezahlt. Beansprucht also der Pflegedienst 50 % seines Budgets, so bekommt der Pflegebedürftige 50% seines Pflegegeldes ausgezahlt.

4. Vollstationäre Pflege
Die Versorgung von pflegebedürftigen Menschen in einem Alten- oder Pflegeheim ist per Gesetz nachrangig, das heißt, es handelt sich hierbei um die letzte aller Möglichkeiten.
Die Kosten einer solchen Einrichtung setzen sich aus drei Teilen zusammen: den Pflegekosten, den Investitionskosten und den Kosten für Unterkunft und Verpflegung. Die Pflegeversicherung zahlt nur für die reinen Pflegekosten.

Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeit- und Verhinderungspflege?

Bei der Kurzzeitpflege muss, im Gegensatz zur Verhinderungspflege, immer die Notwendigkeit nachgewiesen werden können.
Notwendigkeiten hierfür sind beispielsweise Krankenhausanschlussbehandlungen oder der Ausfall der Pflegeperson (wegen Krankheit, Urlaub oder ähnlichem).

Während Verhinderungspflege auch ambulant im häuslichen Bereich genutzt werden kann, ist die Kurzzeitpflege eine stationäre Maßnahme und kann ausschließlich in einer von den Pflegekassen anerkannten Einrichtung in Anspruch genommen werden.

Wer darf Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen?

Bei der Pflegeversicherung handelt es sich nicht um eine Versicherung ausschließlich für alte Menschen. Jeder, der der Ansicht ist in erheblichem Maße Hilfeleistungen in Anspruch nehmen zu müssen, darf einen Antrag bei der Pflegeversicherung stellen. Außerdem dürfen auch Angehörige der Hilfebedürftigen Person diesen Antrag stellen, falls die betroffenen Personen durch ihren Gesundheitszustand oder andere Gründe, nicht selbst dazu in der Lage sind.
Von Geburt an bis ins hohe Alter ist also jeder durch die Pflegeversicherung abgesichert. Hierfür gibt es allerdings einige Eingangsvoraussetzungen:

Die Mitgliedschaft in einer Krankenversicherung ist zwingend notwendig. Dabei ist es egal ob es sich um eine private oder gesetzliche Krankenversicherung handelt. Jede Krankenkasse hat die Pflicht einer Pflegeversicherung, die Beiträge hierfür sind gesetzlich festgelegt und müssen seperat geleistet werden.

Vorversicherungszeit
Für alle Anträge auf Pflegeleistungen, die nach dem 1. Januar 2000 gestellt worden sind, gilt eine Mindestversicherungszeit von 5 Jahren, innerhalb der letzten 10. Diese Regelung hilft vorallem Personen, die sich zwischenzeitlich als Selbstständige nicht versichert waren. Zum Zeitpunkt der Antragstellung muss der Hilfebedürftige jedoch in jedem Fall kranken- und pflegeversichert sein.
Bei Kindern gilt die Vorversicherungszeit als erfüllt, wenn ein Elternteil sie erfüllt halt.

Was sind Verrichtungen im täglichen Leben?

Die Hilfe, die durch die Pflegeversicherung ermöglicht werden kann umfasst 4 Bereiche:

1. Körperpflege. Hierzu zählen Waschen, Duschen, Baden, Mundhygiene, Haarpflege, Rasieren sowie Darm- und Blasenentleerung.

2. Ernährung beinhaltet die mundgerechte Zubereitung und Aufnahme der Nahrung.

3. Mobilität: Aufstehen und Zu-Bett-Gehen, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen oder das Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung stehen hier im Mittelpunkt der Unterstützung.

4. Hauswirtschaftliche Versorgung beschreibt alle regelmäßig anfallenden Aufgaben zur Bewirtschaftung des Wohnraums. Hierzu wird Einkaufen, Kochen, Wohnungsreinigung, Abwasch, Heizen und Wäsche waschen gezählt.

Was ist ein Pflegepflichteinsatz?

Wenn ein Pflegebedürftiger Pflegegeld bezieht und durch Angehörige ehrenamtlich gepflegt wird, ist er zum Pflegepflichteinsatz verpflichtet.
Das bedeutet, dass er bei Pflegestufe I und II alle 6 Monate und bei Pflegestufe III alle 3 Monate eine Beratung eines Pflegedienstes im eigenen Haushalt in Anspruch nehmen muss.
Die Kosten für diese Beratung zahlt die Pflegeversicherung.

(gesetzliche Grundlage § 37 (3))

Was passiert, wenn Rente und Leistungen der Pflegeversicherng nicht genügen, um das Heimentgeld zu decken?

Wenn eigene finanzielle Mittel, zum Beispiel Altersrente, nicht ausreichen um die Kosten eines Heimes zu tragen, können, sofern die Voraussetungen der Angemessenheit und Bedürftigkeit erfüllt sind, Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz bezogen werden.
Das Gleiche gilt für Heimbewohner, die im Sinne der Pflegeversicherung nicht pflegebedürftig sind, also die sogenannte “Pflegestufe 0” haben.
Bevor jedoch das Sozialamt “Hilfe zur Pflege” leistet, wird das Vermögen und Einkommen des Pflegebedürftigen und das seiner Angehörigen geprüft.
Das Schonvermögen einnes Pflegebedürftigen beträgt 2600 Euro, wenn also Vermögen diesen Betrag übersteigt, muss es erst aufgebraucht werden, bevor “Hilfe zur Pflege” bezogen werden kann.
Zu den Angehörigen, die eventuell für Heimkosten aufkommen müssen, gehören Kinder, deren Ehepartner und anteilig Geschwister. Das Einkommen und Vermögen von Enkelkindern bleibt jedoch unberührt.
Kinder werden zur Finanzierung der Pflegeleistungen dann herangezogen, wenn auch nach Abzug folgender Festbeträge noch Einkommen zur Verfügung steht. Zum Einkommen gehören alle Einkäufe in Geld oder Geldeswert.
1. Unterhaltszahlungen für Kinder haben Vorrang, hierfür gelten folgende Beträge:
0 bis 5 Jahre: 317 €
6 bis 11 Jahre: 364 €
12 bis 18 Jahre: 462 €
ab 18 Jahre: 488 €

2. Selbstbehalt des Einkommens
Für das “Kind” des Pflegebedürftigen: 1400 €
für dessen Ehepartner: 1050 €
2450 €
Hier sind Mietkosten in Höhe von 800 € inbegriffen. Übersteigen die tatsächlichen Mietkosten diesen Betrag, wird der Selbstbehalt erhöht.

3. Einsatz des Vermögens
Als Vermögen gilt nicht die selbstgenutzte angemessene Immobilie oder eigene Altersversorge. Im Gesetz gibt es jedoch auch keine festen Vermögensgrenzen, so ist die Handhabung in den Bundesländern verschieden. Der Einsatz des Vermögens ist aber in jedem Fall eine Einzelfallentscheidung. Außerdem darf das Vermögen des Ehegatten des “Kindes” nicht berührt werden.

Der Unterhaltsanspruch, den eine pflegebedürftige Person gegenüber ihren Kindern hat setzt sich demnach wie folgt zusammen:

Bruttoeinkünfte des Kindes
  • Sozialabgaben
  • Steuern
  • Berufsbedingte Aufwendungen
  • Kosten der Altersvorsorge
  • berücksichtigungsfähige Schulden
  • vorrangige Unterhaltsverpflichtungen
  • angemessener Selbstbehalt
    = überschüssiges Einkommen
Von dieser Differenz können 50 % als Unterhaltsanspruch geltend gemacht werden.

Was ist "Poolen"?

Seit dem 1. Juli 2007 haben Pflegeversicherte die Möglichkeit sich für die Nutzung von Pflege- und Betreuungsleistungen sowie der hauswirtschaftlichen Versorgung zusammenzuschließen.
Leben also mehrere Pflegebedürftige, beispielsweise in einer Wohngemeinschaft zusammen, so können sie ihre Sachleistungen gemeinsam in Anspruch nehmen. Ein Pflegedienst kann für alle gemeinsam das Essen zubereiten, Einkaufen oder ähnliches. Die dadurch gesparte Zeit soll von den ambulanten Diensten ausschließlich im Interesse der am Pool beteiligten Hilfebedürftigen genutzt werden. So können Wirtschaftlichkeitsreserven erschlossen und für Betreuung genutzt werden.
Das “Poolen” von Leistungen ist ebenfalls Pflegebedürftigen möglich, die alleine wohnen, sofern im gleichen Wohnhaus weitere Leistungsempfänger leben.

(Gesetzliche Grundlage § 36 SGB XII)

Angaben ohne Gewähr